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Der Unterricht ist schüler- und handlungsorientiert mit dem Ziel, erfolgreich sprachlich handeln zu können. Neben dem Unterricht im Klassenverband arbeiten wir in Kleingruppen und Förderbändern. Das flexible Förderband ist ein Angebot für alle Schülerinnen und Schüler bis Klasse 2, um Grundlagen für erfolgreiches Lernen zu schaffen. Hier erhält jedes Kind in kleinen Gruppen zweimal pro Woche eine individuelle Förderung im Bereich der Basiskompetenzen.

Im Förderband Deutsch erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 zusätzliche Unterstützung im Bereich des Schriftspracherwerbs.

Unterricht

Unterricht ist ein „geplanter Lehr- bzw. Lernprozess in dem Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlungsweisen und Einstellungen vermittelt werden“.
Das „Unterrichten“ an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache basiert natürlich auch auf diesem Prinzip. Hinzu kommen allerdings zu den allgemeinen Grundsätzen pädagogischer Arbeit die sonderpädagogischen Aspekte, die an erster Stelle innerhalb jeglichen Unterrichts Berücksichtigung finden müssen, um eine optimale Versorgung an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache zu gewährleisten.

Unabhängig vom Ort der Förderung sind im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Sprache insbesondere folgende Prinzipien zu beachten:
- Bestimmung und Berücksichtigung individueller Sprachförderziele,
- Orientierung an handlungsorientierten Unterrichtsinhalten,
- Strukturierung und Rhythmisierung des Unterrichts,
- Einbeziehung personeller Gegebenheiten,
- Beachtung der Raumakustik,
- Einbeziehung spezifischer Förderbedingungen wie Sportförderunterricht, Förderung der auditiven und
   visuellen Wahrnehmung, Lese-Rechtschreibförderung,
- Einbeziehung rhythmisch-musikalischer Elemente,
- Einsatz der Techniken des Modellierens wie Präsentation, Expansion und Extension,
- Einbeziehung der Vielfalt sprachlicher Funktionen wie Dialogführung, Diskurs, Erzählen, Erklären,
   Konfliktregelung, Präsentation und Rollenspiel,
- Visualisierungshilfen,
- Einsatz sprachbegleitender Zeichen beim Leselernprozess,
- Berücksichtigung lautsprachlicher Bedingungen beim Schriftspracherwerb.

Rahmenbedingungen der sonderpädagogischen Förderung

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler und den immanenten sprachlichen Anforderungen der Unterrichtsgegenstände ist Voraussetzung dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die jeweiligen Lernsituationen und Lerninhalte sprachlich bewältigen.
Darüber hinaus muss der Unterricht einen hohen Aufforderungscharakter für die Schülerinnen und Schüler haben, sprachhandelnd tätig zu werden. Verstehen und Sprachgebrauch werden durch das Bedürfnis nach Entdeckung, Eigentätigkeit und Sinnfindung angestoßen und bestimmt.
Die aus der Sache begründeten Anlässe und Notwendigkeiten zur Versprachlichung, zur spontanen Mitteilung von Entdecktem, zur gegenseitigen Abstimmung und Zusammenarbeit, können für Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung darstellen, Sprache handlungsbegleitend und zugleich handlungsleitend zu verwenden. Der Unterricht soll dazu ermutigen, Sprache unter fachlicher Begleitung nach Inhalt und Form eigentätig zu gebrauchen und zu verinnerlichen.
Die dabei erworbenen sprachlichen Kompetenzen und Lern- und Handlungsstrategien müssen in neuen Sachzusammenhängen und Lernsituationen erprobt, variiert, gesichert und erweitert werden.
In Schule und Unterricht sind für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich Sprache Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine erfolgreiche Kommunikation für alle Beteiligten ermöglichen und sprachliches Lernen begünstigen.
Ein sprachliches Vorbild, ein kindgemäßes sprachliches Umfeld, die Gestaltung einer anregenden kommunikativen Atmosphäre, sprachliche und nicht sprachliche Impulse zur Sprachanregung, das gegenseitige Zuhören und Verstehen und die inhaltliche Absicherung des Unterrichtsgegenstandes stellen dabei förderliche Bedingungen dar.
Es sind Sprechanlässe zu schaffen und zu gestalten, z.B. durch Beobachtungshinweise, Anregungen zu Vermutungen, Angebote von Aufgaben und Problemstellungen, die unter Einsatz sprachlicher Mittel sowie durch Partnerarbeit, Unterrichtsgespräche, Erzählen, Berichten und Rollenspiele gelöst werden können.
Das handlungsbegleitende Sprechen, Chorsprechen und Chorsingen und insbesondere die Sensibilisierung für Sprachformen helfen, sprachliche Strukturen zu verdeutlichen und sprachliches Lernen zu unterstützen. Die Zeitanteile, in denen die Schülerinnen und Schüler sprachlich tätig sind, müssen stetig zunehmen. Im pädagogischen Dialog stehen hierbei das vertrauensvolle Miteinandersprechen und das aktive Mitgestalten im Vordergrund (siehe Schulverwaltungsblatt 2/05,  S. 73-74).
Die Inhalte des Unterrichts sind vorgegeben durch die Rahmenrichtlinien der Grund- und Hauptschule. Alle Inhalte sind somit vergleichbar. Unterschiede sind in den schuleigenen Stoffverteilungsplänen formuliert, die zur Zeit aktualisiert werden. Die Stoffverteilungspläne basieren auf den Beschlüssen der einzelnen Fachkonferenzen und berücksichtigen dabei die sonderpädagogischen Grundsätze, nach denen die Lehr- und Lerninhalte aufbereitet werden müssen:
Lebensunmittelbarkeit, Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit, Individualisierung, Soziales Lernen, Übung.
Alle Inhalte orientieren sich an den Rahmenrichtlinien der Grund- und Hauptschulen. Hinzu kommt aber der Hauptbestandteil eines „Förderzentrums Sprache“ mit dem Ziel der Minderung oder gar Behebung der Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich, die in folgenden Bereichen liegen können:

  1. Phonetisch-phonologische Sprachebene (Artikulation, Rhinolalie aperta/clausa)
  2. Morpho-syntaktische Sprachebene (Grammatik)
  3. Semantisch-lexikatische Ebene (Wortschatz)
  4. Pragma-kommunikative Sprachebene (Kommunikation, Mutismus)
  5. Autismus
  6. Organisch bedingte Sprachauffälligkeiten


    Eine Einzelförderung ist in Folge bildungspolitisch bedingter, zahlreicher Einsparungen nur noch im Rahmen von Förderbändern im Schulkonzept enthalten. Mittels der integrierten Sprachförderung gelingt es, innerhalb des Unterrichts auf den sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Sprache unserer Schülerinnen und Schüler einzugehen.

Integrierte Sprachförderung im Unterricht

Bei ständig knapper werdenden Lehrerstunden wird es innerhalb der Schule zunehmend seltener möglich, Kleingruppen oder gar Einzeltherapie für sprachbeeinträchtigte Schüler anzubieten. Die notwendigen sprachfördernden Maßnahmen müssen mit den Unterrichtsinhalten verknüpft werden.  Ausgangspunkt ist die Analyse der sprachlichen Entwicklungsstände der Schülerinnen und Schüler.

Im Wesentlichen sind vier Bereiche zu beachten, die zu betrachten und dann bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen sind.

  • Artikulation: Auf welchen Lautbestand kann ich mich stützen, welche Laute müssen zur Übung angeboten werden, in welchen Wörtern meines Unterrichtsinhaltes kommen sie vor?
  • Grammatik: Welche Strukturen sind vorhanden? Welche syntaktischen Konstruktionen werden sicher verstanden? Welche können gebildet werden? Welche Struktur ist die nächste Entwicklungsstufe, die ich durch Fragen provozieren kann? In welchen Bereichen der Morphologie kann ich ansetzen?
  • Semantik: Welche zentralen Wörter tragen meinen Unterricht? Kennen die Schülerinnen und Schüler diese Wörter? Bietet sich im Unterricht eher Wortschatzerweiterung oder Begriffsbildung an?
  • Kommunikation: Welche sprachlichen Handlungsstrategien müssen die Schülerinnen und Schüler erwerben, um Kommunikation zu gewährleisten?

Darüber hinaus ergibt sich noch eine Fülle an „dezenten“ Maßnahmen, die mit einzelnen Kindern verabredet werden können, wie Fingerzeichen, phonomimische oder Gebärdenzeichen.
Sinnvollerweise wird die Unterrichtsstunde entsprechend der Maßgaben der Fachdidaktik geplant, meist ergeben sich die SR-Schwerpunkte dann von allein, denn gesprochen wird immer. Zur Sprachförderung werden mündliche Phasen aber erst durch gezielte, z. T. auch individuelle Vertiefung.
Jede Lehrkraft ist gehalten, ihre Unterrichtsinhalte so aufzubereiten, dass die Schüler vom Unterrichtsinhalt erreicht werden. Hinzu kommt, jedem einzelnen Schüler / jeder Schülerin eine für seine / ihre Auffälligkeit spezifische Hilfe anzubieten, den Unterrichtsinhalt zu verstehen und lernen zu können. Dies erfordert nicht nur ein hohes Maß an pädagogischem Geschick, sondern auch eine detaillierte Planung und Aufbereitung des Unterrichtsstoffes.
Eine weitere Schwierigkeit stellt sich in der Besonderheit der Sekundärauffälligkeiten nahezu eines jeden Kindes dar. Hier sind besondere Fähigkeiten der Pädagogen gefragt. Besteht Förderbedarf auch in anderen Bereichen sind weitere differenzierte Angebote notwendig.
In einem ausgearbeiteten System wurde daher an unserer Schule das so genannte Förderbandkonzept entwickelt, mit dem versucht wird, wenigstens einen Teil des notwendigen speziellen Förderbedarfs der einzelnen Kinder zu entsprechen.

Fachleistungskurse
Ab dem 9. Jahrgang werden die Fächer Englisch und Mathematik mit zwei Kursstufen (A und B) in Fachleistungskursen unterrichtet. Je nach individueller Ausgangslage werden klassenübergreifende Lerngruppen im Rahmen besonderer Förderprojekte gebildet. Die Eltern werden von der Klassenkonferenz über Kurseinteilungen informiert.

 

 

 

 

 

Unterrichtszeiten

1.Stunde

 8.00 Uhr –   8.45 Uhr

 

2.Stunde

 8.50 Uhr –   9.35 Uhr

3.Stunde

10.00 Uhr – 10.45 Uhr

4.Stunde

10.50 Uhr – 11.35 Uhr

5.Stunde

12.00 Uhr – 12.45 Uhr

6.Stunde

12.50 Uhr – 13.35 Uhr

7.Stunde

13.35 Uhr – 14.20 Uhr

 

SKG, 1. und 2. Klasse:  Kernzeit 2. – 5. Stunde, an zwei Wochentagen zur 1.Stunde (Förderband)
3./4. Klasse: 5 bis 6 Unterrichtsstunden innerhalb der 1. – 6. Stunde
5./6. Klasse: In der Regel 1. – 6. Stunde
7.-10. Klasse: In der Regel 1. – 6./7. Stunde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lehrpläne und Stundentafel 

Die ALS unterrichtet nach den Rahmenrichtlinien der Grund- und Hauptschulen und ist darüber hinaus dem Erlass über sonderpädagogische Förderung mit dem Schwerpunkt Sprache verpflichtet. Die daraus resultierenden Lehrpläne werden dementsprechend erarbeitet und umgesetzt. Zurzeit werden die schulinternen Stoffverteilungspläne aktualisiert.
Die Erlasse der Grund- und Hauptschule sehen folgende Stundentafel vor:

1Anteile dieser Fächer können von der Schule zur thematisch-individuellen Schwerpunktsetzung im Rahmen eines Förderkonzeptes eingeplant werden. Jedes der genannten Fächer darf hierfür während der gesamten Grundschulzeit nur einmal um eine Stunde gekürzt werden.
2Die Einführung einer anderen Fremdsprache als 1. Pflichtfremdsprache bedarf der Genehmigung durch die Schulbehörde. Andere Fremdsprachen können zusätzlich im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften aber auch im Rahmen der thematisch-individuellen Schwerpunktsetzung angeboten werden.
3Eine zusätzliche Sportstunde ist durch tägliche, in den Fachunterricht zu integrierende Bewegungszeiten zu gewährleisten.
4 Sollte aus personellen Gründen nur eine Stunde Musik erteilt werden können, verbleibt die frei gewordenen
Stunde im Fachbereich musisch-kulturelle Bildung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berufsvorbereitung 


Ein besonderer Schwerpunkt unserer Schule sind unsere berufsvorbereitende Maßnahmen:


Zubereitung und Verkauf von einem gesunden Frühstück
Die 7. Klassen bieten in der ersten grossen Pause täglich Müsli und zweimal pro Woche belegte Brötchen an. Die Zubereitung und der Verkauf wird von den Schülerinnen und Schülern selbständig durchgeführt.
Ziel dieser Maßnahme im 7. Jahrgang ist es, die Schlüsselqualifikationen Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit aufzubauen und zu fördern. Weitergehend erhalten die Schüler Grundeinsichten in den kaufmännischen Bereich (Verkauf, Abrechnung) sowie im Bereich der Hygiene in der Küche.

Schülerselbstversorgung (SSV) 
Seit vielen Jahren besteht an der ALS das Projekt der „Schülerselbstversorgung“.
Die Klassen 8, 9 und 10 bereiten jeweils an einem Tag in der Woche in der Schulküche eine warme Mahlzeit für ca. 45 Personen zu.
Dabei werden neben dem praktischen Aspekt, dass jeder Schüler / jede Schülerin, die unsere Schule verläßt, kochen kann, intensiv die bereits oben erwähnten Schlüsselqualifikationen trainiert. Zusätzlich fördert die SSV selbstständiges Arbeiten. Es erweitert sich das Wissen im kaufmännisch - mathematischen Bereich um die Planung und Berechnung von Mengen für die Mahlzeiten
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Sozialpraktikum
Das Sozialpraktikum findet im 8. Schuljahr statt und dauert eine Woche. Es ermöglicht das Kennenlernen von sozialen Einrichtungen und ihren sozialen Aufgaben.
Das Sozialpraktikum ist Vorbereitung auf das Betriebspraktikum. Innerhalb des Unterrichts werden die Bereiche Berufsorientierung, sich bewerben / sich vorstellen, Verhalten im Betrieb, Berufsanforderungen, Erstellen eines Praktikumberichts eingehend behandelt.
Die Schülerinnen und Schüler können auf unterschiedlichen Ebenen Erfahrungen machen. Das Sozialpraktikum soll die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler unterstützen.
Nach erfolgreichem Verlauf erwirbt der Schüler einen von der Schule ausgestellten Praktikumsnachweis (Zertifikat).

Betriebspraktika
Betriebspraktika sind verpflichtende und regelmäßig in den Jahrgängen 9 und 10 durchgeführte Veranstaltungen. Sie sind 14-tägig und finden an Terminen, die durch die Fachberater und Schulen festgelegt werden, statt.
Die Berufspraktika ermöglichen das Kennenlernen eines Betriebes bzw. eines Berufes und geben Einblicke in betriebliche Arbeitsabläufe. Weiterhin werden berufliche Vorstellungen entwickelt, verändert und auch verworfen, eigene Stärken und Schwächen erfahren, Fähigkeiten und Fertigkeiten gefestigt und ausgebaut, Kontakte zu Firmen bezüglich einer späteren Ausbildung geknüpft, eine realistische Einstellung zum Wunschberuf ermöglicht und ggf. neue berufliche Wege eingeschlagen.

Berufsschultage
In den Jahrgängen 9 und 10 werden weiterhin über 4 bis 5 Wochen einmal wöchentlich „Schnuppertage“ in Berufsschulen mit verschiedensten Berufsfeldern durchgeführt. Sie dienen dem Kennenlernen des Tagesablaufs und des Unterrichts an diesen Schulen.

Betriebsbesichtigungen und Besuche in Berufsbildungswerken
Betriebsbesichtigungen finden in den Jahrgängen 8  bis 10 statt. Dabei werden möglichst Betriebe ausgesucht, die später in Berufen ausbilden, die für unsere Schüler in Betracht kommen.
Im 9. und 10. Jahrgang sind diese Besuche auch auf das Wecken von Interesse an bestimmten Berufen ausgerichtet.
Weiterhin werden im Wechsel die Berufsbildungswerke Leipzig und Bremen besucht, um den Schülern und Schülerinnen auch diese Form der Ausbildung nahe zu bringen und das Interesse an unterschiedlichen Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten zu wecken.

Freiwillige Betriebspraktika
Es besteht für alle Schüler des 9. und 10. Jahrgangs die Möglichkeit, freiwillige Praktika abzuleisten. Sie sollten in der unterrichtsfreien Zeit liegen. Die Schule unterstützt das persönliche Engagement der  Schüler.

Außerschulisches Seminar
Seit 2005 können die Schülerinnen und Schüler an einem 5-tägigen außerschulischen Seminar teilnehmen, bei dem schulfremde Fachkräfte Themen wie Berufsorientierung und Bewerbungstraining bearbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschlüsse


Neben dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 können am Ende der 10. Klasse folgende Abschlüsse erworben werden:
- Sekundarabschluss-I Hauptschulabschluss nach Klasse 10
- Sekundarabschluss-I Realschulabschluss
- Erweiterter Realschulabschluss