Curie AG:   Toxizitätstests in Zellkultur

Als Herr Hilker uns von den Angeboten der Curie AG berichtete, haben sich spontan mehrere Schüler für verschiedene Kurse gemeldet. Die größte Gruppe aus der 9 a wollte etwas über "Toxizitätstests in Zellkultur" erfahren. Nach unserer Ankunft im Institut für technische Chemie wurden wir vom Kursleiter Alexander Gierse in einen Gemeinschaftsraum begleitet, wo er sich kurz vorstellte und gleich mit dem Vortrag begann: Er teilte uns mit, dass alle Medikamente die neu auf den Markt kommen sollen, vor der Vermarktung ihre toxikologische Unbedenklichkeit nachweisen, also getestet werden müssen. Er erzählte uns, dass es früher Tests mit Versuchstieren (wie z. B. Kaninchen und Mäusen) gab. Mann nennt ihn:´´LD50-Test``. Es wurden Kaninchen für alle möglichen Mittel (wie z.B.: Pflanzenschutzmittel, Körperpflegemittel oder Haushaltsreiniger) genommen, um zu testen ob es auf den menschlichen Körper nicht schädlich wirkt. Die Mittel wurden auf die Augen der Kaninchen getan, da die fast so empfindlich sind wie die menschliche Haut usw., und im Laufe der Zeit beobachtet. Wenn die Augen sehr stark gereizt waren, so durfte das Mittel nicht verkauft werden, aber wenn sie gar nicht oder nur etwas gereizt waren, so konnte das Mittel von Menschen benutzt werden. Beim jedem LD50-Test fanden meist 120 Mäuse zu ca.50-60% den Tod und das war das Schlechte daran obwohl es notwendig war. Heutzutage gibt es weniger Tests mit Tieren, weil als Alternative die Zellkultur angewendet wird.

Zellkulturen bestehen immer aus einem Typ Zellen, die entweder von Menschen oder von Tieren entnommen werden. Mit diesen Zellen werden dann Versuche durchgeführt. Diese Möglichkeit ist sparsamer und stößt auf keinen Widerstand (in der Öffentlichkeit), ganz anders als die Tierversuche. Er teilte uns mit wie alles gemacht und durchgerechnet wird. Am Ende des Vortrages hatten wir die Möglichkeit ihm ein paar Fragen zu stellen, wie z. B.: Ob die LD50-Tests nur für Mittel benutzt wurden, die für menschliche Augen gedacht waren. Manche Antworten haben uns ein bisschen überrascht (wie z. B. dass die Tiere nach den missglückten Versuchen einfach getötet wurden) oder, dass z. B. Säure u. ä. auf die Augen oder Haut der Tieren getropft wurde.

Nach der Unterhaltung wollten wir ein paar Versuche machen und ein bisschen mikroskopieren. Dazu zogen wir Kittel an und begaben uns in das Labor. Alex Gierse zeigte uns verschiedene Geräte, die sich im Labor befanden und erklärte wozu sie dienen. Im Labor befanden sich viele Geräte, die für bessere und schnellere Ergebnisse dienen sollten und einer von vielen war der Brutschrank, der für die Züchtung von Zellen dient. Er zeigte uns wie Krebszellen aussehen und wie man die Zellen mithilfe einer mikroskopischen Bestimmung zählen kann: In einem Versuch haben wir von einem Mittel die Probe verdünnt und sie nach ihrer Verdünnung in Brutkasten mit Zellen verteilt. Da man ca. 2 Tage braucht um das Ergebnis zu sehen, hat Alex Gierse vor ein paar Tagen den gleichen Versuch vorbereitet und deswegen konnten wir gleich ein Ergebnis unter dem Mikroskop beobachten. Wir sahen uns unter dem Mikroskop auch andere Ergebnisse von den MTT Tests an. Wir konnten lebendige, tote und in MTT- Stammlösung kristallisierte Zellen betrachten. Danach konnten wir mit einem bestimmten Gerät, das am Computer angeschlossen war, die fast genaue Zahl der Zellen in einer Neubauer- Zählkammer mit Hilfe des Computers ausrechnen und ablesen. Nach dem Versuch und Mikroskopieren gingen wir in den Gemeinschaftsraum zurück. Alex Gierse erklärte uns noch inwieweit die MHH mit dem Institut zusammenarbeitet und beantwortete noch unsere letzten Fragen, die sich auf die Ausbildung bezogen.

Uns allen hat dieser Besuch sehr viel Spaß gemacht. Da wir bei den Versuchen mitmachen durften, fanden wir es sehr spannend und interessant.

(Maxim Merissov [Text], Antonina Ishchuk [Text], Ludmila Kovalev, Yujiang Wang, Tobias Peikert - alle aus der Klasse 9a)


Ø      „Experimente mit farblosen Gasen“ Institut für anorganische Chemie (Schüler der mathematisch – naturwissenschaftlichen Schwerpunktklasse 9)

Ø      „Toxizitätstests in Zellkultur“ Institut für technische Chemie, (Schüler der mathematisch – naturwissenschaftlichen Schwerpunktklasse 9)

Ø       „Strahlung und Materie“ Institut für organische Chemie, Schüler der Klassen 9-11

Ø      „Aromaanalytik“ Institut für Lebensmittelchemie, Schüler der Klassen 10-11

Ø      „Marine Biotechnologie“ Institut für technische Chemie, Schüler der Klassen 11 und 13