Der Linux Kommunikationsserver

Technische Realisierung


Mit der Realisierung des Kommunikationsservers zur Anbindung von Schulen ans Internet beschäftigen sich mehrere Gruppen. An dieser Stelle wird über die Aktivitäten des UNIX-Labors unter der Leitung der Zeitschrift c't berichtet. Die Lösung der Gruppe an der TU-Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. Steffen Friedrich ist mit der hier vorgestellten Lösung weitgehend identisch. Siehe Report Rainer Fabianski

Das Konzept der Schulanbindung läßt sich an folgendem Bild erklären:

ODS-Kommunikationsserver

Abb.: Der ODS-Kommunikationsserver im Schul-LAN.

Der Kommunikationsserver ist nach dem SAN/c't-Modell ein UNIX-Rechner. Er besitzt eine ISDN-Karte, die per PPP mit einem Internet-Provider verbunden ist.

Derzeit wird zusammen mit dem WiNShuttle-Dienst des DFN e.V. eine Realisierung erprobt, bei der Mail&News mittels UUCP über TCP/IP bezogen wird.

Der ODS-Kommunikationsserver besitzt eine Ethernet-Karte mit der IP-Nr. 192.168.0.1.

Die übrigen Rechner im Schul-LAN bekommen die IP-Adressen 192.168.0.x; x=2...254.

Dabei ist es unerheblich, mit welchem Betriebsystem oder Fileserver das LAN betrieben wird. Es muß lediglich auf allen Clienten das TCP/IP-Protokoll eingerichtet sein.

Die gesamte Post wird dann vom rmail-demon in die Postfächer auf dem Kommunikationsserver (192.168.0.1) verteilt. Von dort holen sich die Clienten ihre Mail mittels POP3. Für die Datensicherheit ist der Verwalter des Schul-LAN verantwortlich. D.h., er muß für jeden Benutzer ein Home-Verzeichnis einrichten, in dem der Benutzer seine private Mail ablegt.

Der Versand der Mail erfolgt mittels SMTP an den Kommunikationsrechner (192.168.0.1), der ausgehende Mail zusammen mit ausgehenden News in der UUCP-Spool-Queue vorhält, bis der UUCP-Kontakt aufgebaut wird.

News wird von den Clienten mittels NNTP vom Kommunikationsserver (192.168.0.1) abgeholt und auch abgeliefert. Vor dem Aufbau der UUCP-Verbindung werden die neu eingegangenen News gebatcht und in die UUCP-Spool-Queue gelegt.

Soll im Unterricht eine HTML-Recherche durchgeführt werden, muß der Lehrer zunächst eine PPP-Verbindung zum Internet aufbauen. Anschließend sorgt der PROXY-Server auf dem Kommunikationsrechner (192.168.0.1) dafür, daß die Clienten mit ihrem WWW-Browsern auf Port 80 mit dem WWW-Server des Providers, und damit dem Internet, verbunden werden. Wird die PPP-Verbindung am Ende des Unterrichts unterbrochen, steht nur der lokale HTTPD-Server des Kommunikationsrechners zur Verfügung. Es ist daher darauf zu achten, daß der Caché des HTTPD-PROXY-Servers groß genug ist, damit möglichst geringe Verbindungszeiten zustande kommen.

Diese Lösung kombiniert den Vorteil hoher inherenter Systemsicherheit mit dem kostengünstigen Offline-Verfahren für Mail&News.

In der weiteren Beschreibung wird davon ausgegangen, daß mindestens die folgenden Module installiert sind:

sendmail, nntp, ppp, i4l, eazy, uucp, apache (httpd).

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KonfigurationKonfiguration von S.u.S.E. Linux 4.3


© Dr. Karl Sarnow, September 1996.